Kleine Küche, großes Wohnen: Wie die Einbauküche das Herzstück im Mehrzweckraum wird

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Ich kenne das noch von meiner ersten Wohnung: Die Küche war winzig, aber das Wohnzimmer hatte eine riesige Fensterfront. Also baute ich alles um, stellte die fitted kitchen direkt an die Längswand und gewann plötzlich Raum für ein richtiges Schlafsofa. Die Einbauküche ist ja oft der ultimative Flächenfresser, aber wenn man sie klug plant, wird sie zum Nucleus des ganzen Raums. Bei meiner Freundin Saskia zum Beispiel fressen die Unterschränke mit Hochglanzfronten knapp vier Meter Wand, aber der Bereich davor ist frei für einen Esstisch mit zwei Stühlen. Das Geheimnis liegt in der vertikalen Nutzung: Hochschränke bis zur Decke, die auch den Staubsauger und den Vorrat für drei Monate schlucken. So bleibt die Arbeitsfläche leer, und auf der Fensterbank steht nur eine echte Aloe Vera, kein Küchenkram. Die fitted kitchen ist hier nicht isoliert, sondern das Rückgrat eines offenen Grundrisses.



Aber was passiert, wenn nach dem Abendessen plötzlich Gäste vor der Tür stehen? In meinem Fall kommt dann der Trick mit dem Schlafsofa zum Einsatz, das exakt an die Stirnseite der Küchenzeile passt. Ich habe ein Modell mit einer 16 cm dicken Schaummatratze auf einem Lattenrost, weil diese Kombination den Rücken nicht quält. Das Sofa steht direkt neben dem Hochschrank, in dem ich die Gästebettwäsche und zwei Kissen lagere. So muss ich nicht erst durch die ganze Wohnung rennen. Die Pull-out-Sofa hat einen sogenannten Click-Clack-Mechanismus, der mit einem leisen Klick die Rückenlehne nach hinten klappen lässt. Das ganze Bett ist in drei Sekunden ausgezogen. Kein Gefummel mit losen Matratzen, kein Geruckel an der Couch. Die Gäste fragen mich immer, wie ich das so unauffällig hinbekomme. Die Antwort ist simpel: Die Planung der fitted kitchen hat den Platz für das Bett mit Stauraum gleich mitgedacht.



Die größte Herausforderung ist der fehlende Stauraum für Bettzeug, vor allem in Wohnungen mit Mini-Schlafzimmern. Bei mir war das früher die reinste Katastrophe: Jede Decke lag im Schrank unter der Spüle, zwischen Putzmitteln und Kartoffeln. Das hat nach nichts Gutem gerochen. Heute nutze ich den Unterschrank unter dem Waschbecken in der fitted kitchen für zwei große Vakuumbeutel mit Gästebettdecken. Direkt daneben im Sockelbereich habe ich eine flache Schublade für die Lattenrost-Zusatzfedern und die Polster für das Kopfende. Der Rest der Bettwäsche liegt in einer Kiste, die optisch zum Holzton der Velourspolsterung des Sofas passt. Man muss die Küche wie ein Möbelstück denken, nicht wie einen Arbeitsraum. Wenn die fitted kitchen in einem offenen Wohnkonzept steht, sollte sie auch ästhetisch mit der Sitzgruppe harmonieren. Ich habe die Fronten in Mattschiefergrau gewählt, dazu ein Samtbezug am Sofa in Senfgelb das wirkt wie ein sorgfältig komponiertes Zimmer, nicht wie eine Küche mit Anhängsel.



Viele scheitern an der falschen Priorität: Sie kaufen zuerst ein riesiges Sofa und quetschen dann die Küche in den Rest. Dabei ist es besser, die fitted kitchen als erstes zu dimensionieren und dann das Sofa daran anzupassen. Ich habe genau ausgemessen, wie tief die Arbeitsplatte ist (63 cm) und wie viel Platz vor der Insel für das Ausziehen des Sofas bleibt. Bei mir sind das exakt 1,80 Meter. So kann die Couch komplett ausgefahren werden, ohne dass die Stühle gegen die Küchenfront knallen. Die Velourspolsterung des Sofas ist übrigens ein echter Geheimtipp, weil sie Flecken von Kaffee oder Rotwein besser verzeiht als Leinen. Einmal habe ich Tomatensoße auf die Armlehne gekippt, ein feuchtes Tuch, und alles war weg. Bei einer Ledercouch hätte ich wochenlang gewischt.



Ein weiteres Problem ist die Hitze. Wenn der Ofen läuft und das Pull-out-Sofa direkt daneben steht, können die Textilien leiden. Ich habe daher einen kleinen Trick: Zwischen Ofen und Sofa steht ein schmaler Hochschrank aus der fitted kitchen - Serie, der wie eine thermische Barriere wirkt. Der Schrank ist nur 40 cm breit, aber er speichert die Wärme, anstatt sie direkt auf die Couch zu leiten. In diesem Schrank lagere ich übrigens die schweren Winterdecken und die zweite Schaummatratze für das obere Stockbett, falls die Kinder meiner Cousine übernachten. So ist der Stauraum doppelt effizient: Er kühlt die Sitzfläche und hält die Gästeausstattung griffbereit.



Die Bewegung im Raum muss auch stimmen. Mir ist aufgefallen, dass viele den Weg vom Kühlschrank zur Spüle und dann zur Herdplatte nicht beachten. Wenn das Sofa auf dieser Linie steht, stolpert jeder ständig über die Tischbeine. Bei mir verläuft der Arbeitsweg entlang der Längsseite der fitted kitchen, während die Sitzfläche frontal davor angeordnet ist. Das bedeutet: Ich kann kochen und dabei mit einem Gast auf der Couch quatschen, ohne mich umdrehen zu müssen. Der Click-Clack Mechanismus des Sofas erlaubt mir sogar, die Rückenlehne in eine halbhohe Position zu bringen, sodass ich bequem vor dem Herd stehen und den Kopf wenden kann. Das ist pure Alltagsergonomie.



Manchmal frage ich mich, ob ich die fitted kitchen nicht lieber in einem separaten Raum haben sollte. Aber dann denke ich an die Abende, an denen ich nach einem langen Tag einfach auf das Bett mit Stauraum falle, das gleichzeitig das Sofa ist, und von der Küchenzeile aus eine Serie schaue. Der Kühlschrank summt leise vor sich hin, die Obstschale auf der Arbeitsplatte glänzt im Licht der Pendelleuchte, und alles ist da, wo es sein muss. Die Gäste schlafen tief und fest auf der 16 cm dicken Schaummatratze, die ich vorher in Sekunden aus dem Sofa gezogen habe. Es ist kein Kompromiss, sondern eine für mehr Wohnfläche. Die fitted kitchen ist hier nicht nur ein Ort zum Kochen, sondern der ruhende Pol eines Raums, der alles kann.